NAS Geschwindigkeit

26. November 2014

NAS -3DEinfach gesagt ist ein NAS-System ein Speichermedium mit Netzwerkanschluss, womit Daten zentral gespeichert werden und über das Netzwerk verfügbar sind.

Preiswerte NAS-Systeme, fast egal von welchem Hersteller, kommen meistens mit einer Mini-CPU, und als Betriebssystem werkelt ein proprietäres Linux-System. Highlight sind oft der Gigabit-Netzwerkanschluss und vielleicht ein zusätzlicher USB 3.0 Port.

Die Geräte sind meistens kleine Alleskönner bzw. Medien-Server und der Einsatz im privaten Umfeld bzw. in kleinen SOHO-Netzwerken macht durchaus Sinn.

Oft ist aber die Leistung wie auch der Preis bescheiden! Nun, man kann nicht alles haben!

Ich freue mich jedes Mal über Supportanfragen, warum denn diese kleinen Systeme keinen Datendurchsatz von 125 Megabyte pro Sekunde haben und ob vielleicht unsere Z-Software fehlerhaft wäre, denn schließlich hätte das Gerät ja einen Gigabit-Netzwerkanschluss!

Etwas Theorie – Gigabit-Netzwerk

Die in Datenblättern und Standards genannten Geschwindigkeiten sind immer Bruttoangaben! In einem Gigabit-Netzwerk sind theoretisch 1000 Megabit pro Sekunde möglich, geteilt durch 8 kommt man auf etwa 125 Megabyte. Für die Übertragung der Daten werden jedoch noch Netzwerkprotokolle benötigt, die die  nutzbare Bandbreite zusätzlich reduzieren.  Abzüglich des ganzen Protokollkrempels wären in der Tat 100 bis 115 MB/Sekunde denkbar.

Diese Werte sind das theoretische Maximum. In der Praxis spielen etliche Faktoren eine Rolle, die diese Werte weiter reduzieren können, wie z.B. die vorhandene Hardware, das eingesetzte Betriebssystem und dort vorhandene Leistungsbremsen (Virenscanner, Firewalls oder schlechte Treiber) sowie die vorhandene Netzwerktechnik und Verkabelung.

Datendurchzatz in der Praxis

Synology4Ein entscheidenen Anteil an der Geschwindigkeit eines NAS-Systems haben natürlich die im System verbauten Festplatten. Letzendlich können die Daten nur so schnell  übertragen werden, wie die eingebauten Festplatten die Daten auch zur Verfügung stellen bzw. verarbeiten können.

Analog zu den bekannten Harddiskbenchmarks wird der beste Datendurchsatz bei großen Dateien (1-5 GByte) erreicht. Der Durchsatz nimmt aber bei kleineren Dateien noch mal sehr deutlich ab.

Ist das NAS-System Ziel einer Datensicherung mit vielen kleinen Dateien, liegt der mittlere Datendurchsatz dann zwischen 35 MB und 60 MB/Sekunde und nur noch im Peek werden Werte über 70 MB/Sekunde erreicht.

NAS-Systeme mit mehr als 512 MB RAM haben hier oft die Nase vorn, denn Sie können durch geschicktes Caching  im RAM einen  Leistungseinbruch abfangen.

Der parallele Zugriff durch mehrere Anwender oder mehrere Backup-Aufträge gleichzeitig kann die Transferraten nochmal mindern. Oft sind dann die kleineren NAS-Systemen dann bereits an Ihrer Leistungsgrenze und der Datendurchsatz sinkt auf weniger als 15 MB/Sekunde.

Fazit

Es reicht nicht aus, das ein NAS-System einen Gigabit-Netzwerkanschluss hat. Entscheidend für einen guten Datendurchsatz  sind auch die vom Hersteller verbaute CPU und der Arbeitsspeicher. Kleine preiswerte Systeme, die zu Hause oft gute Dienste leisten, sind im Büro beim parallelen Zugriff durch mehrere Anwender schnell überfodert.

Ein brauchbares  System für die Datensicherung im Netzwerk  bekommt man bereits ab ca. 300 Euro (ohne Festplatten), wie z.B. die Synology DS216+ DiskStation. Für eine leistungsstarke, skalierbare und voll ausgestattete Network Attached Storage-Lösung sind aber oft schon 900 Euro (ohne Festplatten) anzusetzen, wie z.B. bei der Synology RS815+.